«African spirit»

ZÜRICHSEE-ZEITUNG – 1. November 2006

Wädenswil «African spirit» im Kulturkiosk

 

Kindern eine Chance geben

 

Um das farbige Afrika bekannter zu machen, stellt Isabel  Lukunic   «African spirit» und das Hilfswerk «Chance for children» vor.

Viviane Schwizer

Vom 2. bis zum 8. November präsentieren Isabel  Lukunic und Christian Lohri   «African spirit» im Wädenswiler Kulturkiosk, um das farbige Afrika bekannter zu   machen. Kindergärtnerin Isabel  Lukunic aus Schönenberg ist regelmässig in Ghana   zu Gast, wo sie sich im Hilfswerk «Chance for children» für Strassenkinder   einsetzt. Einst waren sie Strassenkinder, denen hoffnungsvolle Perspektiven auf   eine Zukunft fehlten. Nun haben sie dank des kleinen Hilfswerks «Chance for   children» die Möglichkeit, zur Schule zu gehen und sich beruflich gemäss ihren   Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Ihr Ziel ist es, ihr Leben selber in die Hand   zu nehmen: Die Rede ist von 43 Kindern und Jugendlichen in Accra, der Hauptstadt   von Ghana. Dank einem innovativen Projekt für Strassenkinder haben sie die   Chance auf ein besseres Leben. Das Hilfswerk wurde im Jahr 1999 von der   Schweizer Lehrerin Daniela Rüdisüli Sodjah und dem Ghanaer Amon Kotey gegründet.   Bis heute leiten die beiden die Organisation. Für das Werk arbeiten zudem 13   einheimische Frauen und Männer, die mit ihrer Arbeit ihre Familien ernähren und   ihre Kinder ausbilden lassen können.

Ein stabiles Leben ermöglichen

Im Jahr 2002 hörte Isabel  Lukunic aus Schönenberg auf der Suche nach einem   Sozialprojekt erstmals von Ghana. Kurz danach reiste sie für vier Monate in das   afrikanische Land, wo sie als Freiwillige im Hilfswerk «Chance for children»   arbeitete. Dabei begeisterte sie die Idee von der Hilfe zur Selbsthilfe, die vor   Ort konkret umgesetzt wird. Die Kindergärtnerin ist überzeugt: «Bildung ist das   Startkapital, um der Armutsfalle zu entkommen». Die 25-Jährige liess es darum   nicht beim einmaligen Einsatz bewenden: Bereits viermal lebte und arbeitete sie   während der Wintermonate in Ghana. Sie gibt zwar zu, dass die Probleme im 24   Millionen Einwohner zählenden Land Ohnmachtsgefühle auslösen können. Doch wenn   sie und Christian Lohri den Blick auf die Einzelschicksale richteten, seien sie   vom Erfolg ihrer Bemühungen überzeugt. Sie könnten mithelfen, jungen Leuten ein   stabiles Leben zu ermöglichen. Dankbar erzählt Isabel  Lukunic: «Ich bekomme von   den Menschen in Ghana viel Herzlichkeit und unendlich viele gute Gefühle. Ich   spüre, dass Menschen, die in Armut leben, vorbehaltloser schenken können.   Materieller Reichtum kann eben auch behindern.»

Faszinierender «African spirit»

Isabel  Lukunic möchte die Organisation «Chance for children» hierzulande   bekannter machen. Sie setzt sich auch zum Ziel, sich in die politische   Diskussion rund um Entwicklungshilfe in Schwarzafrika einzuschalten. Sie will   zeigen, dass selbst kleine Hilfswerke mit beschränktem Budget vor Ort effiziente   Hilfe leisten können. Bei der am 2. November anlaufenden und bis zum 8. November   dauernden Veranstaltung im Wädenswiler Kulturkiosk soll zudem «das farbige   Afrika mit seiner fröhlichen Musik und kulturellen Vielfalt» begeistern. Für   Jung und Alt werden Tanzvorführungen und Trommelkurse angeboten, die ohne   Vorkenntnisse belegt werden können. Auch Filme und eine Fotoausstellung über   Kinder sollen die Lebensfreude vor Augen führen. Kreativ geht es im   improvisierten Atelier im Kulturkiosk zu, wo aus Altglas origineller Schmuck   hergestellt werden kann. Am Kindernachmittag erzählt Isabel  Lukunic den Jüngsten   afrikanische Märchen. Selbstverständlich wird auch über das Hilfswerk «Chance   for children» orientiert. Der Erlös aller Angebote kommt den Strassenkindern von   Ghana zugute.

Donnerstag, 2. November, bis Mittwoch, 8. November. Werktags: 14 bis 21   Uhr. Samstag und Sonntag: 9 bis 21 Uhr. Kulturkiosk, Schönenbergstrasse   (unterhalb der reformierten Kirche),Wädenswil.

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Isabel  Lukunic   und Christian Lohri im Einsatz mit Strassenkindern in Ghana. (zvg)

 

 

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Meilensteine

1999: Registrierung als Internationale NGO

2000: Unterstützung von Kindern in Amon’s Familienhaus in La

2001: Bau und Bezug des Knaben-Wohnhauses in Hebron

2002: Bau der Trommel- und Holzwerkstatt in Hebron

2005: Haus in La wird zum Mädchenhaus, Haus Hebron zum Knabenhaus

2008: Einweihung des Tageszentrums in Jamestown

2009: Eröffnung der Mädchen Wohngemeinschaft in Jamestown

2011: Eröffnung des Mädchenhauses in Hebron

2012: Eröffnung des zweiten Mädchenhauses in Hebron

2013: Eröffnung des dritten Mädchenhauses in Hebron

2014: Jubiläum „15 Jahre Chance for Children“

2015: Eröffnung des neuen Tageszentrums in Abossey Okai

2017: Fokus auf Reintegration von Kindern