«Meine Welt ist grösser und reicher geworden»

 

Aargauer   Zeitung vom 16. April 2008 – Regionalausgaben Baden, Brugg und Zurzach

 

«Meine Welt ist grösser und reicher geworden»

 

PORTRÄT

 

Die   23-jährige Alena Buchmann erzählt am kommenden Sonntag im reformierten   Gemeindezentrum Fislisbach über ihre Erlebnisse in Ghana.

 

PATRICIA   BAUMGARTNER

 

Ihr   Herz schlägt für Strassenkinder in Ghana. Alena Buchmann engagiert sich seit   drei Jahren für das Projekt «Chance for Children» und ist begeistert von der   Arbeit in dem afrikanischen Land am Golf von Guinea.

 

«Es   ist unglaublich heiss», das war der erste Gedanke, der Alena Buchmann durch den   Kopf ging, als sie vor vier Jahren das erste Mal in Ghana war. Damals reiste sie   mit der Austauschorganisation AFS in das westafrikanische Land, um dort während   sechs Monaten in einem Kinderheim zu arbeiten. Das Leben, die Leute und die   Kultur haben es der 23-jährigen Rütihoferin so-fort angetan: «Was mich am   meisten begeistert, ist die Lebensfreude der Ghanaer: Hier wird immer gelacht,   gesungen und getanzt, auch wenn viele unter sehr schwierigen Verhältnissen   leben», erzählt sie.

 

 

SIE   WOLLTE UNBEDINGT ZURÜCK

 

Zurück   in der Schweiz, wusste sie, dass sie unbedingt wieder in dieses Land   zurückkehren wollte. Durch Zufall stiess sie bei ihren Recherchen auf das   Projekt «Chance for Children», das Jugendlichen aus Europa die Möglichkeit gab   ein Praktikum zu machen.

 

Der   Zeitpunkt war ideal für sie: Da sie vor ihrem Austausch die Diplommittelschule   in Wettingen abgeschlossen hatte und bis zum Beginn ihres Studiums an der   Hochschule für Soziale Arbeit in Luzern noch Berufserfahrungen sammeln musste,   bewarb sie sich spontan bei dem Projekt. Sie wurde genommen und reiste so wenige   Monate später erneut nach Ghana, um sich dort während eines halben Jahres für   «Chance for Children» zu engagieren.

 

«Chance   for Children» betreut in Accra, der Hauptstadt von Ghana, 35 Kinder, die in   einem Heim oder einer Wohngemeinschaft untergebracht sind und eine öffentliche   Schule besuchen. «Das sind im Vergleich zu den 30 000 Strassenkindern, die in   Accra leben, eigentlich wenig», erzählt Alena Buchmann, «doch für diese 35 ist   es eine enorme Lebensveränderung und dafür lohnt sich die Arbeit».

 

VIELLEICHT   LÄNGER DA BLEIBEN

 

Seit   ihrem Einsatz hat sie Ghana bereits zweimal besucht; einmal um Ferien zu machen   und das zweite Mal, um im Rahmen ihrer Ausbildung zur Sozialarbeiterin ein   dreimonatiges Praktikum bei «Chance for Children» zu absolvieren. «Es ist immer   wieder schön zurückzukehren», erzählt sie strahlend, «die Jugendlichen und die   Mitarbeitenden sind mir sehr ans Herz gewachsen.»

 

So   weiss sie auch schon heute, dass sie sicher wieder nach Ghana reisen wird.   Spätestens in eineinhalb Jahren, wenn sie ihre Ausbildung zur Sozialarbeiterin   abgeschlossen hat. «Dann könnte ich mir allerdings auch vorstellen, meinen   Lebensschwerpunkt für längere Zeit nach Ghana zu verlegen», verrät sie.

 

INFORMATIONEN   WEITERGEBEN

 

Seit   einem Jahr engagiert sie sich auch von der Schweiz aus für das Projekt. So durch   das Organisieren und Mitwirken an Informationsveranstaltungen. Am kommenden   Sonntag wird sie beim Anlass «Experience Ghana» in Fislisbach von ihren   Erlebnissen in Afrika berichten (siehe «Was Wann Wo»). Ziel der Veranstaltung   ist, die Menschen auf die Problematik von Strassenkindern aufmerksam zu machen   und ihnen die reiche Kultur von Afrika etwas näher zu bringen.

 

Die   Erlebnisse während ihrer Aufenthalte in Ghana haben Alena Buchmann stark   geprägt: «Meine Welt ist dadurch grösser und reicher geworden», erzählt sie   begeistert. Ausserdem sei sie dankbarer geworden, für die Chancen und   Möglichkeiten, die ihr hier in der Schweiz offen stünden.

 

DAS   HILFSPROJEKT IN AFRIKA

 

«Chance for   Children» wurde 1999 von der Ostschweizerin Daniela Rüdisüli Sodja und dem   Ghanaer Amon Kotey gegründet. Ziel des Projektes ist, dass Strassenkinder in   Accra eine Chance erhalten, ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen, indem sie   Liebe und Geborgenheit erfahren sowie schulische und berufliche Fähigkeiten   erlernen. Für «Chance for Children» arbeiten hauptsächlich einheimische Betreuer   und Betreuerinnen.

 

AM   SONNTAG 20. April, 14.30 Uhr, stellt Gründerin Daniela Rüdisüli Sodja im   reformierten Kirchgemeindehaus Fislisbach ihr Projekt «Chance for Children» vor.   Dazu gibt es Speisen aus Ghana, Trommel- und Tanzworkshops, ein Schmuckatelier   und Kunsthandwerk.

 

Mehr   Informationen unter: www.chance-for-children.org

 

Zurück zur Übersicht

 

Neuigkeiten

Schau dir unser neustes Video

„20 Jahre für Strassenkinder“ an

———————————————

Jubiläumsfest in Gommiswald

Weitere Fotos unter Neuigkeiten

 

 

 

Meilensteine

1999: Registrierung als Internationale NGO

2000: Unterstützung von Kindern in Amon’s Familienhaus in La

2001: Bau und Bezug des Knaben-Wohnhauses in Hebron

2002: Bau der Trommel- und Holzwerkstatt in Hebron

2005: Haus in La wird zum Mädchenhaus, Haus Hebron zum Knabenhaus

2008: Einweihung des Tageszentrums in Jamestown

2009: Eröffnung der Mädchen Wohngemeinschaft in Jamestown

2011: Eröffnung des Mädchenhauses in Hebron

2012: Eröffnung des zweiten Mädchenhauses in Hebron

2013: Eröffnung des dritten Mädchenhauses in Hebron

2014: Jubiläum „15 Jahre Chance for Children“

2015: Eröffnung des neuen Tageszentrums in Abossey Okai

2017: Fokus auf Reintegration von Kindern