Juni 2000
NEUIGKEITEN AUS DEM ZION-HOUSE
Bereits ist es anfangs Juni und wir stehen schon bald in der zweiten Hälfte des Jahres 2000. Von Herzen hoffen wir, dass Sie eine gute Zeit hatten und sich auf den Sommer freuen.
Uns allen im Zion-House geht es gut: Die Kinder sind gesund und voller Lebensmut. Sie gehen zur Schule und geben sich Mühe, nach ihren Voraussetzungen weiterzulemen. Nachmittags zurück von der Schule sitzen wir zusammen, besprechen die Hausaufgaben, rechnen, lesen, malen oder fahren zum Schwimmen ans Meer. Gleichzeitig haben wir die Arbeit auf der Strasse intensiviert. Wir gehen zu verschiedenen Tageszeiten in jene Quartiere, in denen besonders viele Kinder auf der Strasse leben und versuchen so, Beziehungen zu ihnen aufzubauen und ihre Lebensweise genauer zu verstehen. Da sie sich in einem sehr rauhen, groben Klima bewegen, in dem allein der Stärkere befiehlt, haben sie gelernt, sich mit Lügen und Stehlen durchzuschlagen. Es ist daher um so schöner, immer wieder neu erleben zu dürfen, dass mit Geduld, Vertrauen und Liebe eine Veränderung möglich ist. Indem wir sie treffen und uns mit ihnen unterhalten, beginnen sie uns zu vertrauen und können dadurch ehrlich und offen sein.
Mit dem Bau des zukünftigen Zion-Houses geht es ganz gut voran: Das Land liegt in Hebron, einem kleinen, idyllischen Dorf, das ca. eine halbe Stunde Autofahrt von der Hauptstadt entfernt liegt. Bereits konnten wir die Baupläne zur Bewilligung einreichen. Die Grenzpfeiler sind in den Boden geschlagen, das Land gerodet und die Bausteine hergestellt. Nachdem zur Herstellung der Bausteine noch Frauen Wasser vom Bach den Hügel hinauf trugen, wird jetzt die Wasserleitung zum Haus gezogen. Nun starten wir mit dem Fundament und hoffen, dass weiterhin alles gut verläuft, damit bald einmal mehr Kinder ein Zuhause finden werden.
Da die Wirtschaftslage in Ghana momentan sehr schwierig ist, d.h. die Preise bei gleichbleibendem Einkommen immer weiter steigen, ist es nicht einfach, KäuferInnen für unsere Trommeln zu finden. Umso glücklicher sind wir, dass doch einige hergestellt und verkauft werden konnten.
Soweit die Neuigkeiten aus dem Zion-House. Im November werden wir, Daniela Rüdisüli und nach Möglichkeiten auch Amon Kotey, für ungefähr zwei Monate in die Schweiz zurückkehren. Bis dahin wünschen wir Ihnen eine glückliche Zeit und möchten Ihnen nochmals für Ihre Unterstützung danken, die es uns ermöglicht, Kinderaugen zum Strahlen zu bringen.
Ganz herzliche Grüsse
Daniela Rüdisüli und Amon Kotey |