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Strassenarbeit

Die Kinder und Jugendlichen, derer sich Chance for Children annimmt, stammen aus dem Quartier La und dem Stadtteil James Town, genauer Kokomba-Market in Accra. Amon Kotey und Seth Tawiah Lartey machen sich an zwei Tagen früh morgens um vier Uhr auf den Weg, um die noch auf den Markttischen schlafenden Kinder aufzufinden, bevor sie von den Marktfrauen weggeschickt oder vom Lärm der Transportautos aufgeweckt werden.

Sie halten sich in ihrer Nähe auf, beobachten und tasten vorsichtig die Lage ab. Manchmal geht es nur darum da zu sein, zu beobachten, Gruppen zu studieren oder herauszuspüren, wer mit wem unterwegs ist. Oft werden die Beobachtenden von einem Kind angesprochen. Ansonsten gehen sie auf die Kinder zu. Dabei ist es CFC wichtig, dass die Kinder sich wohl fühlen und Vertrauen aufbauen können. Es ist unerlässlich, die Kinder mehrmals zu besuchen und sich ihnen schrittweise zu nähern.

Da diese Kinder oft noch nicht zur Schule gegangen sind, sprechen sie meist kein Englisch, sondern nur zwei, drei einheimische Sprachen - mit ein Grund, weshalb unbedingt Einheimische diesen ersten Schritt des Kennenlernens im Umfeld des Kindes tun sollen.

Über mehrere Wochen haben Amon Kotey und Seth Tawiah Lartey ein Kind aufgesucht und mit ihm geplaudert. Sie laden es ins Drop-In Center ein. Dort kann das Kind mit anderen Jugendlichen in Kontakt kommen, kann spielen, sich ausruhen, essen, duschen, sich mit einem Sozialarbeiter unterhalten... und weiterhin Vertrauen aufbauen. So versuchen die Sozialarbeiter Antworten zu folgende Fragen zu erhalten: Ist es ein Kind, das dringend Unterstützung benötigt oder lebt es nur vorübergehend hier auf der Strasse? Wie sehen seine Familienverhältnisse aus? Gibt es eine Möglichkeit, das Kind in seine abgestammte Umgebung zu reintegrieren? Ist es wichtig, es auf der Strasse zu unterstützen oder ist es bereit für einen nächsten Schritt?

Nach weiteren Wochen suchen die SozialarbeiterInnen die Angehörigen des betreffenden Kindes auf, um mehr über sein bisheriges Leben zu erfahren, aber auch um abzuklären, was genau gemacht werden kann, um dem Kind zu einem menschenwürdigeren Leben mit hoffnungsvolleren Zukunftsperspektiven zu verhelfen.

Dabei ist es CFC wichtig, dass sowohl dem Kind, als auch den Angehörigen eine respektierende Wertschätzung entgegengebracht wird.

Falls die Betreffenden das Gefühl haben, es gebe eine Möglichkeit, das Kind in die Familie zu reintegrieren, wird dies versucht. Falls es dazu zu spät ist, wird den Angehörigen und dem Kind erklärt, wer CFC ist, was CFC macht und welche Möglichkeiten CFC dem Kind bieten kann. Die Zeit des Kennenlernens auf der Strasse bis zur definitiven Aufnahme dauert im Durchschnitt sechs Monate.

NEWS

Fokus Mädchen

Das «Girls Group Home» in Jamestown konnte am 23. November 2009 eröffnet werden. Zurzeit leben fünf ehemalige Strassenmädchen in dieser begleiteten Wohngemeinschaft.


Bericht in 10vor10

Das Schweizer Fernsehen zeigte am 20. November 2009 in der Sendung 10vor10 einen Bericht über CFC. Bericht als Quicktime Film ansehen. Falls Quicktime auf Ihrem Computer nicht installiert ist, können sie es hier kostenlos laden.