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Schulgemeinde, Jahresbericht 2000

Afrika an der Oberstufe
Projektarbeit der 1. Real- und 3. Sekundarklasse

Der Startschuss zu diesem grossen klassen- und fächerübergreifenden Projekt fiel im Juni 2000. Daniela Rüdisüli, Primarlehrerin aus Gommiswald, versprach uns Anfang November für zwei Monate in die Schweiz zurückzukommen. Zusammen mit ihrem Freund Amon Kotey aus Ghana wollten die beiden Spenden für ihr Waisen- und Wohnhaus sammeln.

Oberstufe Gommiswald-Rieden-Ernetschwil hilft

Die 1. Realklasse mit ihrem Klassenlehrer boten Daniela und Amon sofort ihre Hilfe an. Die erfolgreichen Visa-Abklärungen waren zugleich Startschuss für die Vorbereitungen an der Oberstufe. Bereits in der dritten Schulwoche im August mussten die unzähligen Termine und Veranstaltungen im Gemeindesaal koordiniert werden, bevor der Saal definitiv für den Freitag Abend, 1. Dezember 2000 reserviert werden konnte. Das Datum für den Benefizabend als Höhepunkt war gelegt. Was nun? Was machen wir? Zuerst wurde ' das Thema Afrika, und im speziellen Ghana, von den Fachlehrkräften angepackt. Die Werklehrerin schnitzte mit den Realschülern Holzlöffel und Holzstempel, die später für die Informationsprospekte und Plakate verwendet wurden; im Musikunterricht wurden verschiedene afrikanische Lieder geübt.

Das Projekt wächst

Es zeichnete sich in Zusammenarbeit mit den Fachlehrkräften bald ab, dass die Umsetzungen aller Ideen für eine Realklasse zu gross ist. Die 3. Sekundarklassen mit ihren Klassenlehrern sagten spontan zu, in kulinarischer Hinsicht und mit Auftritten mitzuhelfen. In den Monaten Oktober und November wurde in allen Klassen emsig an der Realisation des Benefizabends zugunsten des «Chance for Children» gearbeitet. Afrika zog sich quer durch den Stundenplan, von Geschichte über Geografie bis zum Turnen. Mit der Ankunft von Daniela und Amon bekam das Projekt zusätzlich Charakter und Leben.

Ghana-Parcours

Für alle Klassen fand eine spezielle Veranstaltung in Form eines Parcours statt. An verschiedenen Posten lernten die Schülerinnen und Schüler einige Bereiche aus dem Alltag in Ghana kennen. So führte sie Amon in die Kunst des Trommelns ein, während Daniela ihnen einige Wörter aus einem der vielen ghanaischen Dialekte beibrachte und ihnen zeigte, mit welchen einfachen Mitteln Kinder in Afrika spielen. Anhand eines Fragebogens konnte jeder sein Wissen über Ghana testen. Vor allen Klassen gaben Daniela und Amon abschliessend mit einer Diaschau einen tieferen Einblick in ihr Projekt und gaben Auskunft auf die vielfältigen Fragen. Diese Bilder und Erläuterungen zu ihrem Leben in den Slums von Accra werden wohl allen Schülerinnen und Schülern in eindrücklicher Erinnerung bleiben.

Fast keine Zeit fürs Proben

Die letzten zwei Wochen vor dem Grossanlass waren sehr hektisch. Die 3. Sekundarklassen kochten nur noch afrikanisch und führten Klatsch- und Redespiele durch,

während die 1. Real ihre Themenarbeiten vervollständigten. Zudem nutzten sie Jede freie Minute zur Verteilung von Werbezetteln und Plakaten. Vor lauter Arbeiten blieben nur noch die letzten beiden Tage für das Proben im Gemeindesaal.

Erfolgreicher Benefizabend zugunsten «Chance for Children»

Bereits ab 18.lS Uhr strömten die Afrika interessierten Gäste in Richtung Gemeindesaal Gommiswald. Die Adventsfenster Eröffnung hat wohl noch selten ein so grosses Publikum erlebt. Um 20.00 Uhr gingen die Lichter im voll besetzten Saal aus und der Abend konnte mit Dschungelgeräuschen starten, gefolgt von wirbelnden Trommelrhythmen. D. Schmucki, Klassenlehrer 1r, begrüsste die Gäste und zeigte kurz die Ziele des Ghanaprojekts auf. Verstärkung der Zusammenarbeit auf der Öberstufe durch fächerübergreifenden Unterricht. Aufzeigen der positiven Arbeit auf der Realstufe und natürlich für Daniela & Amon einen möglichst hohen Spendenerlös herauszuholen, waren die Hauptgründe.

Das Unterhaltungsprogramm war gespickt mit viel Musik, Gesang und Tänzen der Schüler. Daniela Rüdisüli erzählte von ihrem Leben in den Slums in Ghana und stellte dabei ihr Waisen- und Wohnhaus «Chance for Children» vor.

Die Versteigerung einer kleinen, handgeschnitzten Ebenholz-Statue löste den hohen Betrag von Sfr. 500.00. Auch die Sponsoraktion, bei der Türen, Fenster, Tische und Stühle zugunsten des neuen Hauses gekauft werden konnten, verlief erfolgreich, denn nach kurzer Zeit waren sämtliche Gegenstände ausverkauft. Der Spendenerlös von über Sfr. 15'000 sprengte die Erwartungen aller.

Für die Besucher endete der schöne Abend mit kulinarischen Köstlichkeiten aus Afrika, gekocht und serviert von den 3. Sekundarklassen.

 

 

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